Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, wie schnell doch die Zeit vergeht. Mir kommt es wie gestern vor, dass ich das Söhnchen mit Zuckertüte und überdimensioniertem Ranzen in den Schulalltag »entlassen« habe – diverse Tränen inklusive. Heute liest er mir wie selbstverständlich morgens aus der Zeitung vor – den Sportteil natürlich – schreibt kleine Briefchen oder rechnet nach, wie alt er ist, wenn die BSG in der 1. BuLi spielt – vorausgesetzt, sie steigt kontinuierlich auf. Und er fiebert seinen ersten großen Ferien entgegen. Nicht etwa wegen des anstehenden Urlaubs, sondern weil er sich danach endlich Zweitklässler nennen darf. Ein Dreivierteljahr wie im Zeitraffer. Ging das früher auch so schnell oder stimmt es, dass die Zeit immer rasanter an einem vorüberzieht, je älter man wird?

Ein ähnliches Schreck-Aha-Ich-werde-wohl-älter-Erlebnis hatte ich in Vorbereitung dieser Ausgabe. Gefühlt war mir so, als wäre der Grünauer Kultursommer 2016 eben gerade erst ausgeklungen und schwups steht der diesjährige schon wieder an. Und zwar genauer gesagt am 10. Juni. Dieses Mal wird der Kunst-, Kultur- und Feiermarathon im Theatrium mit einem generationenübergreifenden Theaterstück und durch Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke eröffnet. Drei pickapackevolle Monate liegen nun vor Ihnen, liebe Grünauer – mit Altbewährtem, aber auch jeder Menge Neuheiten. Wie beispielsweise den Kulturwochen im Robert-Koch-Park oder den Tastentagen im September. Genaueres erfahren Sie auf den nachfolgenden Seiten.

Doch zurück zur Zeit. Wie bei so vielen Dingen des Lebens auch, erkennt man ihren Wert erst dann so recht, wenn man sie vermisst. Wie oft höre ich den Satz: »Ich habe keine Zeit!« Dabei stimmt das doch eigentlich gar nicht. Die Zeit ist da, man muss sie sich nur nehmen. Ein Zeit- und Nervenfresser unserer momentanen Welt ist definitiv die Technik. Neulich da war ich mit dem Söhnchen im Zoo und entsetzt darüber, wie viele Leute eher aufs Telefon als auf ihre Umgebung schauen. Andere waren damit beschäftigt, sich und ihren Nachwuchs auf Schritt und Tritt abzulichten. Wie viel interessanter wäre es doch, mit dem Kind die Tierwelt zu erkunden...

Wie schön es beispielsweise ist, mal nicht nach dem Terminkalender zu leben, nicht der Sklave seines Smartphones zu sein, nicht jede Mail und neueste Neuigkeit aufs Handy zu kriegen, merke ich regelmäßig im Urlaub. Am Anfang, da fällt es noch schwer, sich kommunikationslos zu machen. Zu gern würde man doch den ersten Schnappschuss über den Äther schicken. Aber es lohnt sich wirklich, sämtliche Technik auszuschalten. Leben wie früher, nenne ich das. Früher, als einem ein Jahr noch wie eine Ewigkeit vorkam. Ich wünschen Ihnen eine erholsame »Frei«zeit.

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