Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Wo das Leben einst pulsierte

Umgestaltung Zentrum Alte Salzstraße (WK 2) beginnt diesen Sommer

Auf diese Nachricht haben die Bewohner des WK 2 schon lange gewartet: Nach fünfjähriger Vorbereitungsphase sollen die Umgestaltungsmaßnahmen im Wohngebietszentrum Alte Salzstraße/Grünauer Allee endlich diesen Sommer beginnen. Grünes Licht dazu gab der Stadtbezirksbeirat West bereits im Dezember vergangenen Jahres.

UM- UND NEUGESTALTUNG ALTE SALZSTRASSE
Konkret geplant:
  • Umgestaltung des Kreuzungsbereiches Alte Salzstraße / Grünauer Allee als offenen Platz mit Pflanzbeet, Blütenbäumen und Sitzgelegenheiten, in dessen Zentrum der »Turm der Jugend« steht.
  • Baum- und Strauchpflanzungen entlang der Grünauer Allee
  • Erneuerung der Flächenbelege
  • Erhöhung der Rasenfläche vor dem »Grünauer Krug«
  • Erneuerung der alten Straßenbeleuchtung
  • u. a.

Am 4. Januar winkte nun auch der Verwaltungsausschuss die sechsseitige Beschlussvorlage durch. 621.000 Euro, davon zwei Drittel gefördert durch das Programm »Soziale Stadt«, fließen damit nach Grünau-Ost. Dafür, dass dies auch bitter Not tut, genügt ein Blick auf das betreffende, gut 5.000 Quadratmeter große Areal, in dessen Zentrum die Keramikplastik »Turm der Jugend« thront. Verwilderte Grünanlagen, kaputte Gehwegplatten, Trampelpfade, veraltete Stadtmöblierung, funktionsuntüchtige Entwässerungsanlagen...

Fazit der Verwaltung: Ein Vollverschleiß, unter dem »zunehmend die Aufenthalts- und Ortsbildqualität des Quartiers« leidet. Oder anders ausgedrückt: Dort, wo einst das Stadtteilleben pulsierte, wo man sich auf einen Parkbank-Plausch traf, in der Kaufhalle oder der Ladenzeile nebenan seine Einkäufe erledigte, ab und an zum Frisör ging, sich die Kinder im Sommer mit sprudelndem Fischbrunnen- Wasser bespritzten, herrscht heute eher Tristesse.

Dem Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) ist diese Negativ-Entwicklung schon lange ein Dorn im Auge und es lud gemeinsam mit dem Amt für Stadtgrün und Gewässer bereits 2012 im Rahmen des Projektes »Leipzig Weiter Denken« zu einem Bürgerbeteiligungsverfahren.

Im Ergebnis standen keine abgehobenen Visionen für die Optimierung des Standortes, sondern ganz konkrete Aufgabenstellungen, die beim »Herbstsalon« im November 2013 mit verschiedenen Fachämtern sowie den Anwohnern vorgestellt und weiter vertieft wurden. Doch dann geriet das Unterfangen ins Stocken.

Von der Idealvorstellung einer ganzheitlichen Lösung musste man sich schnell verabschieden. Voraussetzung dafür wäre ein Engagement der KONSUM-Genossenschaft als Eigentümer mehrerer Immobilien vor Ort und der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft (LWB) gewesen, welcher der dominierende Elfgeschosser samt Ladenzeile gehört. Von Gesprächen mit diesen beiden Protagonisten über die Zukunft des Areals war immer mal wieder die Rede. Bis zum heutigen Tag wird beispielsweise mit dem KONSUM »ergebnisoffen« über den seit einem Jahr leer stehenden Supermarkt gesprochen (siehe auch Interview in dieser Ausgabe).

Auf eine zumindest optische Verschönerung des markanten elfgeschossigen Blockes wird man wohl auch noch ein wenig warten dürfen. Der ganz große Wurf bleibt somit aus, dafür ist die Stadt andernorts punktuell schon in Vorleistung gegangen: Der Spielplatz an der Parkallee wurde als eine erste Maßnahme des Gesamtpaketes schon vor zwei Jahren (im November 2014) komplett saniert übergeben. Ende 2015 wurde zudem die spiralförmige Rampe der Fußgängerbrücke »Am Übergang« künstlerisch gestaltet.

Bild
Delphin-Brunnen

Etwa zeitgleich kam auch der kleine Delphin auf seinen Natursteinsockel zurück. Metalldiebe hatten ihn sehr zum Entsetzen seiner Liebhaber zwei Jahre zuvor von dort entwendet und in Einzelteilen einem Schrotthändler zum Kauf angeboten. Dass er – trotzdem schon lange nicht mehr sprudelnd – von den Grünauern schmerzlich vermisst wurde, machte der »Herbstsalon-Workshop« überdeutlich.

Ebenso übrigens den Wunsch der Wiederbelebung des Bereiches als funktionierenden Sozialraum. Die Voraussetzungen dafür sind eigentlich gar nicht so übel: Nahversorgungszentrum, gleich drei Lokale, temporärer Wochenmarkt, Theatrium, Generationentreff, Skaterhalle, drei Schulen in unmittelbarer Nähe und natürlich ein riesiges Mehrfamilienhaus – an Passanten dürfte es der Fußgängerzone wahrlich nicht fehlen. Wenn im Frühjahr 2018 die Umgestaltungsmaßnahmen abgeschlossen sein werden, laufen die vielleicht nicht mehr nur durch, sondern verweilen und verhelfen dem Stadtteilzentrum zu neuer Lebendigkeit.

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