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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Erdkröten

Erdkrötenpopulation an den Schönauer Lachen auf dem Tiefstand

Aktive Naturfreunde aus Grünau waren auch dieses Frühjahr wieder entlang der Schönauer Straße (ab Ecke Schönauer Ring bis Lyoner Straße) unterwegs, um wandernden Erdkröten (Bufo bufo) über die Straße zu helfen.

Bei der Erdkröte handelt es sich um eine besonders geschützte Amphibienart, welche im Frühjahr zur Fortpflanzung Gewässer aufsucht und dazu mehrere Kilometer Wanderung unternimmt. Die Tiere werden durch die Helferinnen und Helfer an kritischen Stellen im gesamten Stadtgebiet aufgelesen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder ausgesetzt.

Dabei werden auch die Zahlen der tot und lebendig vorgefundenen Tiere notiert. Aus den Datenreihen lassen sich dann Schlussfolgerungen zur Größe der örtlichen Populationen ziehen. Die aktuellen Zahlen von 2017 für die Schönauer Straße lassen dabei aufhorchen. Obwohl der Bereich durch die Helfer dieses Jahr mehr als die voran gegangenen Jahre aufgesucht wurde, stellen sich die diesjährigen Zahlen als die niedrigsten seit Beginn der Aktion 2014 heraus.

Die Gründe des Rückganges an Erdkröten sind nicht eindeutig nachvollziehbar. Die Niederschläge und Temperaturen dieses und des vorangegangen Winters waren nicht außergewöhnlich extrem. Auch ist das von den Tieren angesteuerte Laichgewässer, die Lache wenige Meter nordwestlich einer Kurve an der Schönauer Straße, stets gut gefüllt. Das Gewässer wird durch den Anglerverband Leipzig als Angelgewässer genutzt.

Neben natürlichen Ursachen wie Fressfeinde und ungünstige klimatische Bedingungen können menschliche Einflüsse zur Verringerung der Population ausschlaggebend sein. Dies kann zum Einen durch den Verkehr auf der Schönauer Straße verursacht werden, dem die Tierschützer entgegen zu wirken versuchen. Zum Anderen kann der künstlich erzeugte Fischbesatz im sogenannten Teich am Schönauer Ring den Bestand an Amphibien empfindlich reduzieren.

Im kommenden Jahr wird sich zeigen, ob die Schönauer Erdkrötenpopulation den diesjährigen Einbruch verkraften konnte. Bis dahin ist die Naturschutzgruppe Grünau mit zahlreichen weiteren Aufgaben wie zum Beispiel der Erfassung von Brutvögeln, Fledermäusen und Zauneidechsen im Stadtgebiet beschäftigt.

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