Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Lokalkolorit im Mittelpunkt

Bibliothek Grünau-Nord

Seitdem Simone Lentwojt vor circa einem Jahr in die Bibliothek Grünau-Nord in der Plovdiver Straße kam, wird dort immer mal umgeräumt. »Die Leute wissen das inzwischen und sind schon neugierig auf die nächsten Änderungen«, sagt die freundliche Frau.

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Bibliothek Grünau-Nord

Vor kurzem zum Beispiel rückte das Angebot an Leipzig- und Grünau-Büchern in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Unter anderem stehen in den betreffenden Regalen das 1996 erschienene Pro-Leipzig-Heft über die Siedlung Grünau und die Kirschbergsiedlung und das Fotolesebuch »Grünau« von Maya Kristin Schönfelder und Harald Kirschner mit seinen reizvollen Heute-Gestern-Vergleichen (ebenfalls von Pro Leipzig aus dem Jahr 2006). Weitere Titel mit Lokalkolorit sind unter anderem »Meine Geschichte Grünau«, den der Literatur Treff Grünau 2016 herausgebracht hat, sowie »Vom Heimischwerden – Leipzig-Grünau 1981 bis 1991« aus dem Mitteldeutschen Verlag, ein Bildband vom eben erwähnten, hier im Stadtteil lebenden Fotografen Harald Kirschner.

Bis vor kurzem standen diese Bücher in einer weniger frequentierten Ecke. Jetzt werden sie besser wahr- und öfter mitgenommen. Wenn es nach Simone Lentwojt geht, sollen die Besucher jedes Mal Neues entdecken. Das sei wie im Supermarkt. Auch dort sind Umpositionierungen dazu gedacht, Routinen und Gewohnheiten zu ändern. Beliebte Sachen stehen nicht selten ganz hinten, damit man auf dem Weg zu ihnen an möglichst vielen anderen vorbei kommt und hier und da spontan zugreift. In der Bibliothek kostet das allerdings kein zusätzliches Geld.

Im November wollen Simone Lentwojt und Kollegin Doris Goßlau erneut umräumen und so dem Ausleiheverhalten weitere Impulse geben. Etwaige Probleme kompensieren die beiden Frauen mit humorvoller Freundlichkeit und langjähriger Erfahrung. Doris Goßlau ist mit Unterbrechungen seit 1992 hier im Hause tätig, mittlerweile bringen die jungen Nutzer von einst schon ihre Kinder mit, Simone Lentwojt arbeitete zuvor in den Bibliotheken von Plagwitz und Grünau-Ost.

Letztere wurde im Jahr 2000 geschlossen. Dieses Schicksal wartet wohl auch auf den Standort in der Plovdiver Straße, wenngleich der von der Stadt angestrebte Zusammenschluss der bestehenden drei Grünauer Bibliotheken in einem Bildungs- und Bürgerzentrum im WK 4 seit einigen Wochen neu gedacht und geplant werden muss – der vorgesehene Baugrund hatte sich als ungeeignet erwiesen.

Mindestens vier Jahre dürfte die Bibliothek Grünau-Nord darum noch existieren, wahrscheinlich etwas länger – viel Zeit für Umpositionierungen und Veränderungen.

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