Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Direkte Gespräche

»Grünauer Dialoge« im Nebenan

Am 23. Oktober startete die Reihe »Grünauer Dialoge« im Nebenan in der Alten Salzstraße 53 mit einer ersten Veranstaltung. »Was machen die da eigentlich? Die Jugend von heute.«, war die reichliche Stunde Gespräch überschrieben. In der von Sonja Golinski moderierten Runde saßen 20 Leute, überwiegend in Grünau Arbeitende, weniger in Grünau Wohnende. Eingeladen hatte de facto die Stadt Leipzig, welche durch Stefan Geiss vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) vertreten wurde. Stefan Geiss begleitet die Stadtteilentwicklung in Grünau seit über elf Jahren, er hat dabei Veränderungen bemerkt und möchte, um diese Veränderungen zu diskutieren, direkte Gespräche anregen.

Sonja Golinski sorgte zunächst für eine kollektive Begriffsklärung. Was ist Jugend? Was ist Alter? Möglichst in Zahlen ausgedrückt. Alle Anwesenden waren gefragt und einigten sich im Groben auf folgende Einordnung: Jugendliche sind zwischen zwölf und 27 Jahre alt, das Alter beginnt mit dem Eintritt in die Rente beziehungsweise in die arbeitsfreie Freizeitphase. Eine Gemeinsamkeit! Jugendliche gehen noch nicht arbeiten, Senioren nicht mehr.

Nun stellten sich drei Grünauer Projekte der Jugend- beziehungsweise Seniorenarbeit vor, das gastgebende Nebenan, das benachbarte Theatrium und die Völkerfreundschaft. Im Nebenan kümmern sich junge Menschen um ältere, hier wird offene Seniorenarbeit betrieben, Nachbarschaftsstärkung und Integration. Konkret genannt wurden Tanzveranstaltungen sowie die »Handyhilfe«, bei der die Jüngeren für die Älteren Smartphone-Probleme lösen. Derzeit arbeite man aber auch an Ideen, wie sich Senioren für Jugendliche einsetzen können – die umgekehrte Variante.

Im Theatrium spielen Kinder, Jugendliche und Senioren seit Jahren gemeinsam Theater. Es gibt Mehrgenerationenstücke. Die Kontaktanbahnung erfolgte über in die Briefkästen der Nachbarschaft verteilte Flyer. Ältere Akteurinnen saßen in der Runde und berichteten von ihren Erfahrungen. So habe die Stückentwicklung zwar viel Zeit gekostet, dafür sei das Ergebnis ein Gewinn gewesen. Man habe wechselseitig Verständnis und Akzeptanz aufgebaut und zu einem Miteinander gefunden, welches als positiv empfunden wird. Das Theatrium betreibt ein offensichtlich funktionierendes Projekt, ein Beispiel, dem andere nacheifern und dessen praktische Erfahrungen sie nutzen können.

Zuguterletzt ging es um die nur indirekt generationenübergreifende Arbeit des für 6- bis 27-Jährige gedachten Freizeittreffs Völ kerfreundschaft. Dort gibt es viele Problemlagen, einen konfliktgeladenen Alltag und ein zum Teil »respektloses Austesten« im Verhalten von Jugendlichen gegenüber Erwachsenen – Mitarbeitern, Passanten, Anwohnern. Man arbeite solche Vorkommnisse mit den Kindern und Jugendlichen in Gesprächen auf und wünsche sich von allen Seiten mehr Verständnis.

Im Nebenan war dieses Verständnis vorhanden. Es hilft, miteinander zu reden – auch wenn diese Erkenntnis nicht neu ist, so ist sie doch richtig. Die »Grünauer Dialoge« werden fortgesetzt, um Verwechslungen mit anderen Formaten zu vermeiden, ab Ausgabe 2 allerdings »Grünauer Gespräche« heißen. Die Schwesterveranstaltung »EhrenamtsCafé« lädt bereits für den 7. November von 16 bis 18 Uhr in den Stadtteilladen in der Stuttgarter Allee 21.

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