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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Mit Leib und Seele Grünauer

Nachruf zum Tod Dr. Dietmar Pellmanns

Am 2. Mai starb völlig unerwartet im Alter von 66 Jahren Dr. Dietmar Pellmann. Mit ihm verlor die Leipziger LINKE viel zu früh eine Persönlichkeit, die als Stadtvorsitzender (1994-2001), als Stadtrat (1992-2009), als Landtagsabgeordneter (1999-2014) und als weit über die Parteigrenzen hinaus anerkannter Sozialpolitiker fast drei Jahrzehnte das Profil des Stadtverbandes, der Stadtratsfraktion und der Landtagsfraktion maßgeblich mit prägte. Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke die kaum zu schließen sein wird. Unser Mitgefühl gilt der Familie.

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Dr. Dietmar Pellmann

Der gelernte Historiker Dr. Dietmar Pellmann lebte seit 1980 mit seiner Familie in Grünau und war hier vielen Einwohnern durch Foren, Informationsstände wie beispielsweise beim Schönauer Parkfest oder seine zahlreichen Sprechstunden persönlich bekannt. Er wurde wegen seiner Geradlinigkeit und seines Eintretens für soziale Gerechtigkeit – insbesondere seines Einsatzes für Behinderte und Ältere – hoch geschätzt.

Stadtratskollege Siegfried Schlegel, der über viele Jahre mit ihm zusammengearbeitet und auch in Grünau begleitet hat, sagt über ihn: »Als Stadtvorsitzender der damaligen PDS, als Stadtrat und als sächsischer Landtagsabgeordneter – er gewann immerhin 2004 und 2009 das Direktmandat in seinem Wahlkreis – hat er sich immer auch aktiv für die Grünauer eingesetzt. Da er hier seit Jahrzehnten wohnte, kannte er deren Nöte und Wünsche sehr gut und wusste wie sie dachten.«

Hervorzuheben ist sein Engagement für Freizeit- und Kulturangebote für Kinder und Jugendliche oder Ordnung und Sicherheit sowie Parkplatznöte. Mit der Fraktion setzte er sich für den Neubau einer Schwimmhalle, den Erhalt des Freizeitzentrums »Völkerfreundschaft« und den Sportplatzbau im WK 4 ein. Wichtig war ihm auch, dass Einzelhändler in nicht genutzten Dienstleistungseinrichtungen eine Zukunft erhielten. Deshalb war ihm ein Entwicklungskonzept für Grünau und dessen Fortschreibung sowie das Quartiersmanagement sehr wichtig. Unvergessen ist sein Engagement gegen den Verkauf und Abriss von LWB-Wohnungen, darunter von seniorengerechten Wohnungen mit Balkonen und Aufzügen in Punkthäusern, die extra für Seniorinnen und Senioren gebaut worden waren. Recht erhielt er mit seiner Kritik an dem zu groß geratenen Allee-Center, unter dem die übrigen Wohnkomplexzentren zu leiden hatten und sich nur langsam erholten.

Dr. Dietmar Pellmann wurde mitten aus dem Leben gerissen. Auch nach dem Ausscheiden aus dem Landtag engagierte er sich als Mitglied des Stadtvorstandes und initiierte beispielsweise die Kampagne »Die Rente geht uns alle an«. In seinem Nachruf würdigte der Stadtvorsitzende der Leipziger LINKEN, Adam Bednarsky, den Verstorbenen: »Unser Stadtverband wird Dr. Dietmar Pellmann für immer ein ehrendes Andenken bewahren und seinen Kampf für eine soziale und gerechte Gesellschaft konsequent fortsetzen. Vorbildhaft bleibt für uns sein Mut, sich stets mit den Mächtigen anzulegen.«

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